Was bisher geschah

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Mit dem 4. Oktober 2005 trat die BI gegen das Kraftwerk Walsum zum ersten Mal in Erscheinung. Die von einigen Walsumer Bürgerinnen und Bürger begründete Initiative trat an die Öffentlichkeit, um die Walsumer Bürger über die Erweiterung des Kraftwerks zu informieren. Denn weder Politik und Verwaltung noch die Betreiberin des Kraftwerkes, die damalige STEAG AG, hatten es für notwendig befunden, die Betroffenen zu informieren.

Die Bürger waren entsetzt, als sie zum ersten Mal erfuhren, was für ein Riesenklotz an Kühlturm sozusagen direkt "mitten ins Dorf" (Alt-Walsum) gebaut werden sollte.

Der Widerstand formierte sich in breiter Form noch innerhalb von einer Woche. In der Folgezeit kam es zu Protestaktionen der verschiedensten Art: Unterschriftenaktionen als Einwendung gegen den geplanten Ausbau des Kraftwerks, Infostände, Übergabe der Unterschriften mit reger Beteiligung der Presse, Fernsehauftritte usw.

Nach ca. drei Wochen hatte die Bürgerinitiative 1300 Einwendungen gegen den Ausbau des Kraftwerks gesammelt. Fast jeden Tag fand sich nun ein Bericht über die Kraftwerks-erweiterung in der Presse. Endlich erfuhren die Menschen, was sie besonders anging.

Bei den Protestaktionen war auffällig, wie viele Kinder immer wieder dabei waren. Auch auf dem Erörterungstermin , der vom 15. - 17. November 2005 stattfand, waren es die Kinder, die die entscheidenden Fragen nach dem Gewissen der Verantwortlichen stellten. Sie wollten wissen, wie ihre Gesundheit geschützt und wie der Klimawandel aufgehalten werden kann.

Bei dem Erörterungstermin selbst konnten die Einwender bei allen Tagesordnungspunkten nachweisen, wie schlecht und unzureichend die Antragsunterlagen waren. Es fehlten z.B. Untersuchungen zu Auswirkungen des Lärms auf Krankenhaus und Kindergarten, es fehlte die Umweltverträglichkeitsuntersuchung. Es fehlten Angaben über Auswirkungen auf uns Menschen. In der Emissionserklärung waren Zahlen bewusst klein gerechnet worden, um die Werte in der Immissionsprognose schön rechnen zu können. So sollten die Bürger betrogen werden. In einem Fall (Vogelschutz) wurden Unterlagen bewusst falsch dargestellt, indem Fakten unterschlagen wurden...usw.

Inzwischen wurde der Druck auf die örtliche Politik erhöht. Die örtliche Politik, die den Ausbau schon "durchgewinkt" hatte, musste zurückrudern. Alle Fraktionen waren bereit, einen Sondertermin des Umweltausschusses zum Thema Kraftwerk Walsum stattfinden zu lassen. Hier stimmte der Ausschuss leider dem Vorhaben der STEAG unter gewissen Bedingungen zu.
Siehe Pressespiegel
Am 13.2.06 reichte die BI gegen den Bebauungsplan Nr. 958 eine sogenannte Normenkontrollklage ein, weil damit geklärt werden sollte, ob die STEAG ohne Bebauungsplan auf dem Gelände das neue Kraftwerk bauen durfte. Das Normenkontrollverfahren wurde Ende 2007 negativ beschieden und zurückgewiesen.

Ebenso wurde der Widerspruch gegen die sogenannte Vorbescheidsgenehmigung am 7.8.2007 von der Bezirksregierung Düsseldorf abgelehnt. Die Bürgerinitiative hat den Klageweg nicht weiter verfolgt.

Die Inbetriebnahme des Blocks 10 hat sich bisher um etwa 2 Jahre verzögert, da der sog. T24 Stahl nicht das hielt, was man sich von ihm erhofft hatte. So mussten nach der Beize mehr als 3000 Schweißnähte im Kessel erneuert werden. Auch das hat nicht geholfen. Wieder waren jede Menge Schweißnähte undicht. Deshalb wird momentan (Februar 2012) der gesamte T24 Stahl (im oberen Teil des Kessels) ausgebaut und durch den bereits früher eingesetzten T12er ersetzt. So viel zum besonderen Kessel mit dem T24 Stahl mit den angeblich hohen Wirkungsgraden. So viel auch zur künftigen neuen Kesselgeneration, die doch den Bau modernerer und besserer Kohlekraftwerke einleiten sollte.

Übrigens: Walsum Block 10 wird in Erörterungsterminen - wie man hört - immer noch als "Referenzkraftwerk" angegeben. So hat STEAG/Evonik in Walsum ein tolles "Referenzkraftwerk" gebaut!

Uns soll es recht sein!

Für die BI:           Wilfried Mohr            mohrwil@t-online.de            02023/471455

   

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